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Chris Hopkins – Eine Welt voll Swing

Der in Bochum lebende Deutsch-Amerikaner Chris Hopkins zählt zu den gefragtesten Pianisten des traditionellen Jazz. Seit über zwanzig Jahren spielt der inzwischen 41-Jährige professionell und hat auf der ganzen Welt mit den ganz Großen des Jazz gespielt. Über 200 Konzerte spielt Hopkins im Jahr solo, mit seinem Hauptprojekt „Echoes Of Swing“, oder mit anderen seiner zahlreichen Projekte.  Am 27. September erscheint ein neues Album von „Echoes Of Swing“ auf dem bekannten Jazz-Label ACT. In einer kurzen konzertfreien Zeit sprach TONGEBIET mit dem Pianovirtuosen, der ganz nebenbei auch ein großartiger Altsaxophonist ist.

Wenn man sich Deinen Terminplan anschaut, kann man nur staunen. Bis Du eigentlich irgendwann noch zu Hause?

Chris Hopkins: Ich bin tatsächlich sehr viel auf Tournee, denn Musikspielen ist mein Leben. Aber es gibt auch regelmäßige Phasen - wie z.B. diesen Sommer - in denen ich länger am Stück zu Hause bin. Das ist natürlich sehr wichtig, um die Batterie wieder aufzuladen.

Neuseeland, Japan, USA, und,  und, und …. Du spielst überall auf der Welt. Wo hat es Dir als Musiker am besten gefallen?

Chris Hopkins: Das kann man so pauschal nicht sagen. Jedes Land inklusive seiner Menschen hat seinen eigenen, faszinierenden Charme. Japan, wo ich oft war, ist z.B. ein sehr interessantes Land, vielleicht deswegen eines der aufregendsten, das ich bisher besucht habe, weil sich Gesellschaft und Kultur extrem von unserer westlichen unterscheiden. Auch habe ich selten eine solche Musik- und speziell Jazzbegeisterung – besonders auch unter jungen Leuten - erlebt, wie dort.

Wie kommt man als junger Mann dazu, sich auf den Swing zu stürzen?

Chris Hopkins: Ungefähr als ich 13 war, entdeckte ich durch Zufall die einzige Jazzplatte in der Sammlung meiner Eltern – ein Sampler mit fantastischen Aufnahmen der 20er bis 40er-Jahre – die mich sofort infiziert hat. Außerdem gab es bei uns an der Schule eine Band, die traditionellen Jazz spielte. Ich denke, die Lebensfreude, welche diese Musik unmittelbar an den Hörer transportiert, egal ob er etwas darüber weiß oder nicht, hat mich einfach von Anfang an gepackt.

Wer ist Dein Vorbild als Pianist, Teddy Wilson?

Chris Hopkins: Teddy Wilson ist sicher einer meiner großen Helden und vielleicht der Swing-Pianist schlechthin, in Eleganz und Melodiösität kaum übertroffen.  Es sind jedoch noch viel mehr Pianisten, von denen ich mich habe inspirieren lassen: Nat King Cole, Fats Waller, Earl Hines, Duke Ellington, Count Basie, Thelonius Monk, Ahmad Jamal uva. Die Summe der Hör- und Spielerfahrungen ergibt dann den eigenen Stil.  Ich denke, dass es gut ist, wenn man sich mit der Geschichte auseinandersetzt und wenn zu hören ist, wo man musikalisch herkommt. Die eigene Persönlichkeit und der eigene Sound kommen ganz von allein ins Spiel.

„Mein festes Ensemble „Echoes of Swing“ ist immer präsent“

Du bist ja in vielen unterschiedlichen Projekten involviert. Welche habe da Priorität?

Chris Hopkins: Je nachdem, ob es z.B. gerade eine neue CD oder ein spezielles Tournee- oder Festivalprojekt gibt, steht mal das eine oder das andere interessante Projekt im Vordergrund. Mein festes Ensemble „Echoes of Swing“, das zudem seit 15 Jahren in der unveränderten Besetzung spielt, ist jedoch von jeher immer präsent.

Du spielst mit befreundeten Pianisten auch ein Programm auf zwei Flügeln. Die Anzahl der Veranstalter, die zwei Flügel anbieten, können ist doch sicher begrenzt?

Chris Hopkins: Diese Konzerte, die oft mit viel spontaner Interaktion und Improvisation einhergehen, machen immer sehr viel Spaß.  Was die Flügel betrifft, bietet es sich zum einen an, dass wir in Konzert- oder auch Klavierhäusern konzertieren, wo zwei oder mehr wunderbare Instrumente zur Verfügung stehen – zum anderen bin ich vor kurzem in die Liste der sogenannten „Steinway Artists“ aufgenommen worden, wodurch ich gute Kontakte zur „Quelle“ habe. Einen oder gar zwei Flügel zu mieten, ist meist preiswerter als was im Musikbetrieb tagtäglich für teure und oftmals überdimensionierte Verstärker und Technik ausgegeben wird. Wo immer möglich, spielen wir unverstärkt und verwenden Mikrophone, wenn überhaupt, nur für Ansagen.

Du hast auch mit fast allen noch lebenden Legenden des Swing gespielt. Ruby Braff, Milt Hinton, Buddy De Franco, Benny Waters, Harry Sweets Edison, Louis Bellson, Hazy Osterwald, Dick Hyman  u.a. Wer ist am eindrucksvollsten gewesen?

Chris Hopkins: Jeder dieser Helden hat auf nachhaltige Weise Eindruck bei mir hinterlassen. Hazy Osterwald z.B., mit dem mich durch langjähriges Zusammenspiel eine Freundschaft verband,  hat es geschafft, trotz seiner Welterfolge, ein unglaublich bescheidener und sympathischer Mensch zu bleiben. Das klingt unspektakulär, aber ich finde das bemerkenswert.  Dick Hyman (86), mit dem ich noch heute in engem Kontakt stehe, beeindruckt mich von seinem unerschöpflichen musikalischen Können und Wissen auf allen Ebenen mit Abstand am allermeisten Er ist ein Genie und Jahrhunderttalent. Dann gibt es noch Benny Waters, der schon in den 20er (!) Jahren mit Louis Armstrong gespielt hat, den ich 1998 im Alter von 96 Jahren auf einem Festival in Amerika erlebt habe. Er war fast blind, aber wenn der sein Saxophon an die Lippen gesetzt hat, hat er mit seiner unfassbaren Energie jeden 20-Jähigen in Grund und Boden gespielt.

„Es spielt keine Rolle, wo Du herkommst“

Gab es da keinen Generationskonflikt, wenn zwischen den Musikern ein Altersunterschied von 50 Jahren liegt?

Chris Hopkins: Das ist das Schöne und vielleicht auch das Einmalige an der Musik. Es spielt keine Rolle, wo Du herkommst, wie Du aussiehst, wie alt Du bist. Wenn Du im Circle der Musiker bist, bekommt derjenige Respekt und Anerkennung, der gut spielt. Alle sitzen im selben Boot und jeder lernt vom anderen.

Deine Hauptband Echoes Of Swing ist jetzt vom renommierten Jazz-Label ACT unter Vertrag genommen worden. Wann erscheint da die erste CD?

Chris Hopkins: Die CD wird am 27. September erscheinen.

ACT ist ja eher für Modern Jazz bekannt. Werdet ihr eurem Stil treu bleiben?

Chris Hopkins: Label-Chef Siggi Loch hat sich von nun an auch den klassischen Jazz auf die Fahne geschrieben, was sicher ein gewichtiger Beitrag für die Jazzwelt sein wird. Ich denke, wir werden stets „wir selbst“ bleiben, wobei die Band sich gerade in den letzten Jahren immens weiterentwickelt hat und wir ja längst nicht mehr eine „klassische“ Swing Band sind, obwohl das meiste, was wir spielen, auf irgendeine und hoffentlich ansteckende Art swingender Jazz ist. Wir versuchen, Elemente aus unterschiedlichsten Stilarten einzubinden, wollen Musik spielen, die für den traditionellen und modernen Jazzfan wie auch für den Klassik- oder noch-nicht-Jazzaffinen interessant ist. Wir werden versuchen, authentisch und offen zu bleiben und sind gespannt, wo die Reise hinführt.

Ihr habt zuletzt einige Preise, u.a. auch in Frankreich abgeräumt. Wie wichtig sind Dir solche Bestätigungen?

Chris Hopkins: Darüber freuen wir uns natürlich sehr, denn wir haben seit 15 Jahren hart an der Musik und an unserem Bandkonzept gearbeitet. Gleichwohl wissen wir, was noch zu tun ist und die Bestätigung hilft die nötigen Energien freizusetzen.

Termine im TONGEBIET:

Echoes Of Swing:

11. Oktober 2013  | Schloss Borbeck, Schloßstraße 101. Essen| Beginn: 19 Uhr

4. Dezember 2013 | Kapitalsaal der Burg Lüdinghausen, Amthaus 8, Lüdinghausen | Beginn: 20 Uhr

5. Dezember 2013 | theater Die Säule, Goldstraße 15, Duisburg |Beginn: 20 Uhr

1. Juni 2014 | Historischer Stiftssaal, Kirchplatz 2, Fröndenberg |Beginn: 18 Uhr

Chris Hopkins & Bernd Lhotzky – Piano Duets

3. Dezember 2013 | Steinway Haus, Immermannstraße 14, Düsseldorf | Beginn: 20 Uhr

1. April 2014 | Schloss Morsbroich, Spiegelsaal, Leverkusen | Beginn: 17 Uhr

Chris Hopkins - Solo

23. März 2014 | Ibach Haus, Wilhelmstraße 43, Schwelm | Beginn: 11 Uhr

Chris Hopkins meets his Piano Friends

20. September 2013 | Kunstwerkstatt am Hellweg, Wattenscheider Hellweg 9, Bochum | Beginn: 19.30 Uhr

21. September 2013 | Kunstwerkstatt am Hellweg, Wattenscheider Hellweg 9, Bochum |Beginn: 19.30 Uhr

22. September 2013 | Steinway Haus, Immermannstraße 14, Düsseldorf | Beginn: 11 Uhr

22. September 2013 | Klavier & Flügel Galerie Maiwald, Herbert Wehner Straße 1, Kamen | Beginn: 17 Uhr

Chris Hopkins‘Swinging Christmas feat Engelbert Wrobel‘s Swing Society  & Shaunette Hildabrand

25. Dezember 2015 | Christuskirche, Westring 26a, Bochum | Beginn: 17 Uhr

Engelbert Wrobel‘s Hot Jazz 3 feat. Chris Hopkins

24. September 2013  | Storckshof, Ostenbergstraße 111, Dortmund | Beginn: 19.30 Uhr

Magnificent 8 feat. Chris Hopkins

17. Januar 2014 | Wasserburg Haus Opherdicke, Dorfstraße 29, Holzwickede | Beginn: 20 Uhr

Transatlantic Jazz Swingtet

3. Mai 2014 | Grand City Hotel Duisburger Hof, Neckarstraße 2, Duisburg | Beginn: 19.30 Uhr

13. Mai 2014 | Burg Lüdinghausen, Amthaus 8, Lüdinghausen | Beginn: 20 Uhr

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