TONGEBIET

präsentiert

Breaking Free

von

Lena Danai


(ms) „Soul aus dem Herzen des Potts“ steht als Motto auf der Internetseite von Lena Danai. So richtig dreckig und schwarz, wie man es erwarten könnte, ist ihr Soul nicht – aber das ist das Ruhrgebiet ja auch nicht (mehr). Mitten im TONGEBIET bündelten Lena Danai und ihre Mitspieler Soul, Blues und Rock zu einem spannenden Plattendebüt.

Womit soll man anfangen? Mit dem Besten, was auf Lena Danais CD „Breaking Free“ ganz zum Schluss kommt? Mit ihrem Namen oder mit den ersten beiden Songs, die programmatisch für den mutigen Aufbruch einer jungen Sängerin stehen? Also ganz von vorne. „Here I am“, singt Lena Danai zu Anfang ihres Albums, hier bin ich mit all meiner Liebe, meinen Schmerzen, meinen Tränen. Ich will mich nicht mehr verstecken, ich will mein Leben nicht mehr vergeuden, teile es mit mir. Verletzlich, zart, zerbrechlich – ehrlicher kann man seine Seele kaum enthüllen. Das nach dieser Gefühlsoffenbarung ein Neustart folgt, ist fast schon zwingend: „Breaking Free“, das Loslassen und Losreißen von den Erwartungen, die Mitmenschen stellen, und von der eigenen Vergangenheit.

Womit wir auch bei Lenas Stimme wären. Beseeltheit fällt einem dazu ein, an erster Stelle, Klarheit, Energie und Druck und immer vorne an der Rampe, was zunächst den Blick verstellt auf die musikalischen Qualitäten ihrer Mitspieler. Mein Gott, denke ich, die Dame muss live eigentlich noch viel besser sein, bei so viel treibender Quicklebendigkeit. Stilistisch wird all das verpackt in Soul, Blues, Rock, in ein wenig Singer/Songwriter („Healing“) und mit einem Hauch Gospel. Auf „Falling For You“ gibt Perkussionist Alex Bapulah eine schmackige Rap-Einlage und Gitarrist Felix Pinkepank bekommt mehrfach Gelegenheit, sein Können mit einigen geilen Licks zu beweisen.

Lena Danai in der Mayerschen Dortmund. Foto: AWi

Lena Danai in der Mayerschen Dortmund.

Alle Songs hat Lena Danai geschrieben, sie bedient auch Keyboards und Klavier. Zusammen mit Schlagzeuger Marc Pawlowski hat sie die Grundgerüste der Lieder eingespielt, bevor alle zusammen den Feinschliff anlegten. Gibt es künstlerische Vorbilder? „Das ist grundsätzlich so, wenn Du Musik hörst. Ist sie toll, beschäftigt man sich mit dem Künstler und da fließt manches in das Album hinein“, erklärte er im Interview mit TONGEBIET. Man hört diese Inspirationen aber nicht heraus und das ist das Charakteristische an diesem Album: Es gibt keine Schubladen mit anderen Künstlern, die man zur Einordnung ziehen könnte. Außer einer: Die mit Lena Danai drin. „Breaking Free ist unser Ding“, sagt sie, „es ist etwas ganz Eigenes.“

Was fehlt? Der Schluss. Das beste Lied (aus bescheidener Rezensentensicht) gibt es als Zugabe nur auf der CD. Nummer 13 hat aber keinen Titel (Für die jüngeren: Metadaten), wenn man die Scheibe in den Mac einliest und dieser vergeblich Gracenote nach Künstler- und Titeldaten abgrast. Lena Danai vertreibt ihr Album als Download über Amazon, als Stream bei Spotify und old school auf CD, die man auf ihrer Homepage bestellen kann. Lied Nummer 13 ist ein wunderbar schönes akustisches Stück, bei dem Danai am Klavier nur von einem Cello begleitet wird. Ist es ein „Song For Me“ oder ein „Song For You“, von dem sie da singt? Ach was, ganz sicher: Es ist ein „Song For Us“!

PS: Produziert wurde die Platte übrigens mitten im TONGEBIET: im Studio von Gregor Ruhl in Dortmund-Hörde

PPS: Bürgerlich heißt Lena: Schulte. Danai stammt aus der Sprache der Shona und bedeutet: Liebt einander – damit wir auch das hätten;-) 

Die Band:

Lena Danai (Keyboards, Klavier, Gesang) | Felix Pinkepank (Gitarre) | Marc Pawlowski (Schlagzeug)

Patrick Labussek (Bass) | Alex Bapulah aka „Mad Turkey“ (Percussion, Gesang)

  
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