BREDE_AliceFrancis_selectsRAW_IMG_1630 as Smart Object-1 Kopie

Alice Francis im TONGEBIET - Eigenwillig, selbstbewusst, stilsicher

Sie tritt nicht auf, sie erscheint. So wie in den 20ern die „Flappers“ erschienen waren, junge, selbstbewusste Frauen, die ihre eigene Mode entwarfen, eigene Regeln, ein eigenes Frauenbild. Die Rede  Alice Francis - „Miss Flapperty“ - entwirft die Gegenwart dieser Geschichte: eigenwillig, selbstbewusst, stilsicher. Und sie tritt im TONGEBIET auf - am 29. Dezember in der Christuskirche Bochum.

Mit null Nostalgie. Als ihr „Neo-Charleston“ 2012 in die Musikwelt trat, war es so, als hätte jemand - mit der mondänen Geste großer Show, die wirklich wenige beherrschen - das Licht angeknipst. Seitdem ist klar, Elektro-Swing ist mehr als Party, es ist Stil. Lebensstil. Den Vintage-Look schneidert sie sich selber, für den Vintage-Sound bauen sie sich Kompressoren nach und pimpen alte Grammophone derart hoch, dass man damit scratchen kann. Und dann: der laszive Blick. Chorsätze, die sich mit Doo-Wop verbinden. Deepe Bässe und ein Latino-Einschlag hier und da. Bis Miss Flapperty das Rappen beginnt, um dann in ladyliker Lässigkeit zum Gossensound zu tänzeln, den die Cole-Porter-Schule pflegte … Was immer zur Ästhetik der 20er passt, es passt zu ihr und ihrer Stimme: Dieses Verruchtsein ist Gnade. Sie kann es einfach, sie scattet und swingt wie Billie Holiday und dann mit jenem Hauch, den später nur die Monroe in der Stimme hatte, ganz nah am Mikrofon.

Eintauchen in die Musik der Charleston-Ära

BREDE_AliceFrancis_IMG_1585Auf ihrem Debütalbum “St. James Ballroom” taucht die junge Kölner Sängerin Alice Francis tief in die Musik der Charleston-Ära ein, um sie dann mit zeitgenössischen Mitteln aufzumöbeln und erfrischend neu klingen zu lassen. Bis heute sind sich Historiker nicht einig, wie sie die 1920er umschreiben sollen. In Deutschland spricht man von den Goldenen Zwanzigern, in Frankreich nennt man sie die “Années Folles” (die verrückten Jahre) und in den USA etablierte sich der Begriff “Roaring Twenties” (die stürmischen oder wilden Zwanziger). Alice Francis ist auf “St. James Ballroom” gemeinsam mit ihrem Produzenten Goldielocks tief in die aufwühlende Musik dieser Ära eingetaucht. Doch sie hat es nicht bei einem Retro-Trip belassen, sondern die Basiselemente von Charleston, Swing, frühem Jazz und Blues so mit zeitgenössischen Grooves und Mitteln kombiniert, dass eine zugleich irgendwie vertraut klingende, aber doch auch aufregend neue Musik entstand. Ihr Mix ist wie die 1920er Jahre: goldig, verrückt, stürmisch und wild.

„Es ist wie eine Zeitreise mit Federschmuck, Zigarettenrauch und Perlenkette. Alice Francis führt uns mit ihrem Debütalbum in die zwanziger Jahre, und das mit einer Leichtigkeit, die beeindruckt“, heißt es in der „Melodie & Rhythmus“-Rezension von „St. James Ballroom“. „Doch sie kopiert die Zwanziger nicht. Sie hat ihren eigenen Stil, der weit über dien Charleston hinausgeht. Sie haucht dem Charleston nicht nur neues Leben ein, sie verändert ihn auch, passt ihn der Gegenwart an, und da gehört auch eine kleine Rap-Einlage dazu. Mit ihrer kraftvollen, klaren Stimme verführt und berauscht sie. Francis debütiert mit einem solch eleganten Sound, der vor Charme und Selbstbewusstsein strotzt, dass einem gar nichts anderes übrigbleibt, als sich mitreißen zu lassen.“

  Termin(e) im TONGEBIET:

DatumBeginnOrtInformationen
29.12.201319:00Christuskirche Bochum
An der Christuskirche 1, Bochum
Wie immer bei urban urtyp: immer sonntags, immer 19 Uhr, immer nur 10 Euro. Reservierungen: ticket@urbanurtyp.de

0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *