TONGEBIET

präsentiert

"Drive All Night"

von

Glen Hansard


Glen Hansard begann seine musikalische Karriere als Straßenmusiker in Dublin. Er ist Sänger und Gitarrist der irischen Rockband „The Frames“ und war Hauptdarsteller in Once. Zusammen mit Markéta Irglová nahm er 2006 unter dem Namen „The Swell Season“ ein gleichnamiges Album auf. Gemeinsam schrieben beide 2006 auch die Filmmusik zu „Once“. Für den Titel „Falling Slowly“ aus dem Soundtrack erhielten sie 2008 den Oscar in der Kategorie „Bester Song“.

Als der Ire sich bei der Oscar-Verleihung bedankte, sagte er nur: Make Art! Make Art! Kein Bla Bla, der Sänger kommt gleich auf den Punkt. Schon 1991 hat Hansard in Alan Parkers Film „The Commitments“ mitgespielt, hat ganz klassisch die Schauspielschule besucht, doch seine wirkliche Ausbildung erhielt Glen in den Straßen Dublins. Mit einer Gitarre in der Hand und einem Hut vor den Füßen. Nun, Jahre später, spielt er in großen Konzertsälen und tritt auf Festivals, oder an der Seite von Bruce Springsteen auf. Eine EP ( 3. Dezember) mit vier Tracks auf Vinyl (incl. CD als Beilage) erschienen, auf der der Sänger seine ganze Qualität als Songschreiber, aber auch als Interpret zeigt.

Titelstück ist Bruce Springsteens „Drive All Night“ von dessen Doppel-LP „The River“. Und Hansard gelingt eine der besten Springsteen-Cover überhaupt. Ganz intim klingt das ganz sparsam instrumentierte 9-minütige Epos. „I’d drive all night again just to buy you some shoes and taste your tender charm,“ singt Hansard, begleitet durch Percussion, Klavier, Akustikgitarre und, wie in Springsteens Original, einem Saxophon. Beim Boss spielte das natürlich der kürzlich verstorbene Clarence Clemons. Bei Hansard bleibt es in der Familie, denn Clemons Neffe Jake hat das Talent seines Onkels geerbt und stößt ins selbe Horn. Der Gewinn der EP geht übrigens an Clarence Clemons Little Kids Rock Foundation.

Dass bei dem Song auch noch Joe Henry und Pearl Jam Sänger Eddie Vedder – mit dem ist Hansard eng befreundet und beide sind schon öfter Live zusammen aufgetreten - mitspielen, macht das Ganze noch reizvoller. Die drei eigenen Tracks zeigen Hansard als Songwriter erste Güte „Pennies In The Fountain“ ist eine Nummer, durch die sich eine perlende Piano-Figur zieht und ganz dezent von Schlagzeug und Kontrabass gestützt wird. So klingt eine typische Joe Henry Produktion. Klar strukturiert, kein Ton zu wenig, kein Ton zu viel. „Renata“ ist eine hymnische Ballade, die auch von jemandem wie John Hiatt stammen könnte, während es Hansard bei „Step Out Of The Shadow“ zurück zu seinen irischen Wurzeln zieht. A cappella, Gänsehaut und die große Vorfreude auf das nächste Album in voller Länge.

Glen Hansard | „Drive All Night“ | (Anti)

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