Titel Proms

Proms feiern eine mitreißende Geburtstagsparty

„Music Maestro, Please!“ – Drei Worte, die mittlerweile Kultstatus haben. Und mit dem Maestro ist Robert Groslot gemeint, der belgische Dirigent, der seit zwanzig Jahren das Orchester Il Novecento leitet, das Orchester der „Night of The Proms“. Und die feierte jetzt den 20. Geburtstag in Deutschland mit einer mitreißenden Geburtstagsparty und rund 12 000 Gästen in der Lanxess Arena Köln. Die Gratulanten: Amy Macdonald, Morten Harket, The Baseballs, die Tastenvirtusion Hiromi, Mark King, das Orchester Il Novecento, der Chor Fine Fleur und natürlich Mr. Music John Miles. Die Proms kommen zu weiteren Konzerten ins TONGEBIET – nach Oberhausen und Dortmund.

Was 1994 in der Dortmunder Westfalenhalle (u.a. mit Toto und Paul Young) mit gerade einmal 3500 Besuchern startete, hat sich längst als Kassenschlager in den Tourkalendern Deutscher Hallen etabliert. Die Mischung aus Rock, Pop und Klassik lockt die Besucher heute schon an die Ticketschalter, bevor die Künstler überhaupt feststehen, die im kommenden Jahr auftreten. In diesem Jahr sehen die Fans insgesamt 17 Shows in elf Städten unter dem Motto „Das Beste aus 300 Jahren populärer Musik“. Hier darf bei Walzermelodien getanzt und geschunkelt werden und lauthals bei den Rockhymnen mitgesungen werden. Gerade die Crossoverprojekte zwischen Rock und Klassik sind die Juwelen dieser Proms. Die Stimmung ist stets ausgelassen. Da tanzten und hüpften die Fans mit - wie in Köln.

Der eigentliche Top Acts der Premiere: Amy Macdonald. Foto: AWi

Amy Macdonald begeisterte das Publikum. Foto: AWi

Eigentlich war Morten Harket als der Top Act angekündigt, die Stimme von a-ha. Doch eine Künstlerin stahl dem Norweger die Show: Amy Macdonald. Nur mit ihrer Gitarre stieg die 25-Jährige auf die Bühne und gleich bei ihrem ersten Song „Mr. Rock’n’Roll“ stand die Halle, klatschte und sang bei ihrem nächsten Song „This Is The Life“ begeistert mit. Nach einem Bruce Springsteen-Cover „Dancing In The Dark“ dann Gänsehaut-Feeling in der großen Lanxess Arena. Mit ihrer so markanten und dunklen Stimme erfüllte die sympathische Schottin bei „What Happiness Means To Me“ die Halle. Was als einfühlsame Ballade begonnen hatte, nahm dann mächtig Fahrt auf. Nach und nach gesellte sich das Orchester zur Stimme der Schottin und am Ende stand ein viel bejubelter Song, der das Publikum erneut von den Sitzen riss.

Gleich zu Beginn gab’s großes Staunen in der Halle, als sich Jazz-Pianistin Hiromi ans Klavier setzte. Die zierliche Japanerin war einfach brodelnde Musik. Ihre Finger fegten über die Tasten, waren eigentlich nur mit einer Hochgeschwindigkeitskamera einzufangen wie die wieselflinken Comicfiguren Tom & Jerry, die ihrem ersten Stück „Tom Jerry Show“ den Namen gaben. Mittendrin sprang die 35-Jährige wie entfesselt auf, wenige Sekunden später ließ sie gedankenversunken die Finger über die Tasten gleiten. Mal sanft und versunken, mal aufbrodeln und urgewaltig zog Hiromi die Besucher in ihren Bann.

Wiederholungstäter Mark King

Und dann durfte getanzt werden. Rock’n’Roll war mit „The Baseballs“ angesagt. Aus Rihannas „Umbrella“ oder Robbie Williams „Angels“ hat das Trio aus Berlin äußerst tanzbaren Rock’n’Roll geschneidert. Das Lebensgefühl aus den 50er und 60er Jahren machte sich schnell im Hallenrund breit. Ein Wiederholungstäter kam ebenfalls auf die Bühne: Mark King, Bassist der legendären Formation „Level 42“, der schon 1998 bei den Proms zu Gast war. Da konnte die Halle natürlich gleich bei seinem „Lessons in Love“ oder „Running In The Family“ lauthals mit einstimmen. Auch hier stand die Halle schnell, tanzte.

Und einer darf bei den Proms nicht fehlen: Mr. Music John Miles. Nur einmal musste er in den zwanzig Jahren passen, 1996, als er als gefragter Gitarrist mit Tina Turner auf Tour war. Diesmal überraschte John Miles neben seiner energiegeladenen Proms-Hymne „Music“ mit einem Cover von Nina Simone, mit „Feeling Good“. Zu diesem Song, der schon oft gecovert wurde, passte seine warme Stimme glänzend.

Morten Harket - die Stimme von a-ha. Foto: AWi

Der Norweger  Morten Harket, die Stimme von a-ha. Foto: AWi

Ein weiterer Musiker gehört auch zum festen Inventar der Proms. Er ist für Klamauk und Lacher zuständig: Patrick de Smet. Der ausgezeichnete Percussionist wurde nicht nur durch sein kraftvolles und zugleich virtuoses Spiel bekannt, sondern durch eine Klobürste. Bei der „Diebischen Elster“  von Rossini stürmte er auf die Bühne und animierte das Publikum mit  seinem „Instrument“ zum Mitmachen und Mitschunkeln.

Und als Top Act kam dann Womanizer Morten Harket auf die Bühne. Er präsentierte sich in Bestform, vor allem stimmlich, aber auch körperlich in seinem hautengen schwarzen T-Shirt. Natürlich präsentierte der 54-Järhige mit „Foot On The Mountain“ und „Stay On These Raods“ zwei a-ha-Klassiker. Doch hatte er seinem Publikum auch einen ganz neuen Songs mitgebracht, den es, wie er betonten, noch nie gehört haben kann, da er wirklich brandneu ist: „There Is A Place“, eine Ballade, die maßgeschneidert zu Harkets hoher Stimme passt. Dazu das Orchester mit Geigen, die zum Träumen einluden.

Die Mischung aus Rock, Pop, Klassik, aus dem Orchester Il Novecento, dem Chor Fine Fleur und den Musikern kam in Köln bestens an. Auch nach der gemeinsamen Zugabe „Hey Jude“ von den Beatles belohnte das Publikum die Protagonisten auf der Bühne mit lang anhaltendem Applaus.

  
0 Antworten

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Wollen Sie an der Diskussion teilnehmen?
Feel free to contribute!

Schreib einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *