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B.B. & The Blues Shacks – 25 Jahre

Im Herbst feiert eine der besten Bluesbands Deutschlands das 25. Jubiläum. Gerade ist mit „Businessmen“ (CrossCut Records) eine neue CD erschienen und die Band, die inzwischen weltweit gefragt ist, wird auch einige Male im TONGEBIET aufspielen. Im Herbst ist dann das große Jubiläums-Festival in der Heimatstadt der Band. Darüber, über die neue CD und das Musik-Biz sprach TONGEBIET mit Sänger und Harp-Mann Andreas  Arlt.

Euer neues Album hat den Titel „Businessmen“. Wieso habt ihr den Titel gewählt? Ich seid zwar sehr geschäftig, aber wie abgezockte Geschäftsleute kommt ihr nicht daher, denn dazu ist zu viel Leidenschaft in Eurer Musik!

Andreas Arlt: Diese Frage wurde mir schon einmal gestellt, aber Du bringst es auf den Punkt: Wir sind eben Musiker und weniger Geschäftsleute. Als Musiker kommt man, wenn man ein „Unternehmen“ hat, wie es die Blues Shacks sind, immer mehr mit bürokratischen Abläufen in Berührung. Also mehr  als einem lieb ist. Ich sitze oft tagelang am Schreibtisch und sortiere Tankbelege. Diese Zeit würde ich gern nutzen, um schöne Songs zu schreiben wie auf „Businessmen“. Wir nehmen mit diesem Album das Ganze etwas auf die Schippe.

Der Soul-Anteil ist wieder groß, was ich sehr schätze. „Take My Name“, finde ich grandios. Behindert euch nicht mittlerweile  dass Blues im Bandnamen manchmal, um an die richtige Zielgruppe zu kommen?

Andreas Arlt: Das wundert mich, ich denke mit dieser CD sind wir eher wieder ein Stück zurückgegangen, bluesiger geworden. Wir sind definitiv eine authentische Blues Band. Ich kenne kaum eine Band hierzulande, und das meine ich wertfrei, die Little Walter, T Bone Walker oder Freddie King spielt. Dazu kommt, dass wir tief in der Bluesgeschichte graben und Perlen hervorholen, die dem Musikfan vielleicht verborgen geblieben wäre. Es gibt auch die Zielgruppe Blues für mich nicht. Es gibt Menschen, die von sich behaupten Blues Fan zu sein, und nie eine wirkliche Blues Platte gehört haben. Ziel muss es sein, dass Fans dieser Musik nachwachsen. Über die Soulanleihen haben wir junges Publikum erreicht, das dann dem Blues nicht abgeneigt ist.

Ihr schreibt fast alle Songs selbst. Dabei hören sie sich immer unglaublich authentisch an, egal ob es jetzt Blues-Nummern, Songs mit großem Soul-Anteil sind, oder Instrumentals wie „Buckle Up“. Wie lernt man das?

Andreas Arlt: Ganz einfach, hören, hören, hören – ich habe diese Musik den ganzen Tag um mich herum. Du musst Blues nicht lernen, sondern verstehen – dann kann man auch authentisch Musik machen.

Wir wollten einen Chicago Blues auf dem Album haben

Die John Brim-Nummer ist die einzige Fremdkomposition. Was hat sie so anziehend für euch gemacht, dass ihr sie fürs Album aufgenommen habt?

Andreas Arlt: Wir wollten einen Chicago Blues auf dem Album haben. Nur einen Text über einen großartigen Groove zu schreiben, wäre zu wenig „Komposition“ – so haben wir uns für diesen Song entschieden.

Ihr habt das Album in Wien aufgenommen. Wie kam es dazu?

Andreas Arlt: Wir waren mit dem Aufnahmeverfahren von „Come Along“  unter der Leitung von Andi Wingert sehr,  sehr zufrieden. Es gab keinen Grund, diese Gegebenheiten nicht noch mal zu nutzen. Ich würde ihn auch für das nächste Album erneut einplanen. Egal, in welche Richtung das dann geht.

Mit Jochen Reich habt ihr einen neuen Drummer. Wie kam es zu der Umbesetzung und was hat Jochen vorher gemacht?

Andreas Arlt: Jochen war schon immer sehr rührig unterwegs in der Blues Szene. Er hat in verschiedenen Bands gespielt. Er passte zu uns, und er kann swingen. Das ist wichtig bei den BB’s.

Das können sich viele Veranstalter nicht leisten

Die fetten Bläser machen richtig was her. „Lovin‘might“ ist da eine ganz herausragende Nummer. Die lebt auch extrem von den Bläsern. Spielt ihr auch manchmal live mit vollem Bläsersatz, oder ist das nicht bezahlbar?

Andreas Arlt: Wir versuchen immer mehr, diese großartige Horn Section einzubauen. Das ganze ist leider aber auch mit hohen Kosten verbunden. Das können sich viele Veranstalter nicht leisten. So bleibt es leider eine seltene Besonderheit. Wir sind trotz der wenigen Möglichkeiten aber mittlerweile sehr gut eingespielt. Das kracht dann wirklich wenn es passiert....

Im Oktober feiert ihr eure 25-jähriges Bestehen. Unglaublich. Es gibt zwei Konzertabende in Eurer Heimatstadt Hildesheim. Was  habt ihr da besonderes geplant?

Andreas Arlt: Wir werden die ganze Woche feiern. Für den Freitag haben wir zahlreiche Gäste geladen. Alex Schultz, Tee, Tickbag, Mike Andersen und,  und,  und. Wir werden Songs aus alten Tagen spielen und diese Gäste featuren. Am Samstag werden wir das Album nochmal ausführlich vorstellen. Ich denke, dass wird ein großes Erlebnis, für uns und die Fans. Und die Bläser sind übrigens auch dabei!

Ihr habt in den 25 Jahren 13 Alben aufgenommen. Welches ist für Euch rückblickend das Wichtigste?

Andreas Arlt: Tja, wahrscheinlich „Reality Show“. Bei weitem nicht das Beste Album, aber wir haben in LA von Jerry Hall und Lynwood Slim gelernt, wie man Blues aufnimmt. Blues spielt man gemeinsam, am Besten in einem Raum, kaum Overdubs, all diese Dinge, die man hierzulande in den Studio noch ewig diskutieren muss. Von daher würde ich sagen war das für unsere Discographie ein entscheidender Moment.

Ich glaube, in den USA ist es besonders

Wie sieht es überhaupt mit der Rentabilität im Live-Business aus. Zu Konzerten zu gehen, ist ja wieder angesagt. Spiegelt sich das auch bei Euch wieder?

Andreas Arlt: Wir haben mittlerweile in der Regel nur gut besuchte Konzerte. Man kommt jetzt glücklicherweise „zu uns“. Das macht aber wohl die langjährige zähe Präsenz unsererseits. Wir haben unser Publikum verjüngt, das ist vielleicht unsere Rentenversicherung. Ich weiß nicht, ob es ein Trend ist, zu Konzerten zu gehen. Absurd finde ich in diesem Zusammenhang, in welche Kanäle das Budget für Konzerte fließt. Die Leute geben 150 € für einen Gig aus, um ihren Star unter 100 000 Menschen auf einer Leinwand zu sehen. Da ist für kleine Konzerte nichts mehr übrig. Das ist irgendwie schräg und geht in eine Richtung, die mir nicht passt.

Ihr seid ja auch viel im Ausland unterwegs. Wo sind den die besten Arbeitsbedingungen, das Publikum an offensten. Wo fühlt ihr Euch am besten angenommen?

Andreas Arlt: Man kann so was nicht pauschal beantworten. Ich glaube, in den USA ist es besonders, weil die Leute die Musik wirklich kennen. Zu uns kommen ja nicht ausschließlich Blues Fans. Sie kommen und es gefällt ihnen. Zu Hause würden sie sich diese Musik nie auflegen. Sie genießen den Moment. Es gibt tolle Gigs in allen Ländern, aber eben auch schlechte. In Frankreich sitzt man und lauscht, in Holland tanzt man und feiert. Sehr unterschiedlich.

http://www.bluesshacks.com/index.php/de/tour/25-jubilaeum

  Termin(e) im TONGEBIET:

DatumBeginnOrtInformationen
12.08.201419:00
,
Eintritt: ?
12.09.201420:00
,
Eintritt: ?
13.09.201420:00
,
Tickets: VVK 14 Euro zzgl. Gebühren / AK 16 Euro
03.10.201420:00
,
Tickets: VVK 20 Euro zzgl. Gebühr / AK 25 Euro Festivalticket: 44 Euro http://www.bluesshacks.com/index.php/de/tour/25-jubilaeum
04.10.201420:00
,
Tickets: VVK 20 Euro zzgl. Gebühr / AK 25 Euro Festivalticket: 44 Euro http://www.bluesshacks.com/index.php/de/tour/25-jubilaeum
20.03.201520:30Musiktheater Piano
Lütgendortmunder Str. 43, Dortmund
20.03.2015 Dortmund, Piano Beginn: 20.30 Uhr Eintritt:: VVK 15 Euro zzgl. Gebühren / AK 19 Euro

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