UB40 beim Zeltfestival Ruhr am 22. August 2015. Foto: AWi

UB40 - Ein schweißtreibendes und exzellentes Konzert

Wer ist denn nun die „wahre“ UB40-Formation? Die mit Robin und Duncan Campbell? Oder „UB40 Reunited“, die am Samstag das Stadtwerke-Zelt beim Zeltfestival in einen schweißtreibenden Tanztempel verwandelte, die Band mit Ali Campbell, Astro und Mickey Virtue? Allesamt Gründungsmitglieder der legendären UB40. Den Zuschauern war’s letztlich egal. Was zählte, war die Musik und die war bei „UB40 Reunited“ am Kemnader Stausee richtig, richtig gut.

Dabei blieb der Zuspruch der Fans hinter den Erwartungen der Veranstalter weit zurück. Hatte man das große Zelt für die Formation aus Großbritannien reserviert, so musste das Trio mit seiner grandiosen Band kurzfristig in das kleinere Stadtwerke-Zelt umziehen. Passend zum sommerlichen Wetter startete das Konzert mit dem Instrumental „Summertime“. Und schon jetzt stellten die Musiker unter Beweis: Hier sind exzellente Vertreter ihrer Zunft am Start. Es waren vor allem die Bläser, die der Musik ihren Stempel aufdrückten. Ansonsten gab Zeremonienmeister Astro den Ton an, Frontmann Ali Campbell hielt sich eher im Hintergrund.

Schon kurz nach dem Beginn stand die Menge nicht mehr still. Es wurde gewippt und getanzt – und das trotz der sommerlichen Temperaturen, die im weißen Zelt schnell für ein subtropisches Klima sorgten. Eine schweißtreibende Angelegenheit. Wer hätte sich da nicht einen Ventilator gewünscht, der zumindest auf der Bühne für erträgliches Klima sorgte.

Jubelstürme bei den ruhigen Klassikern

UB40 sind die größten Reggae-Künstler Großbritanniens. Im Sommer 1978 schlossen sich die acht Mitglieder der Birminghamer Band zusammen und nannten sich UB40, nach der britischen Arbeitslosenhilfe. Die Band spielte ihren ersten Gig 1979 in Birmingham und verbrachten den Rest des Jahres damit in Clubs und Pubs in ganz Großbritannien zu spielen. Die britische Radiolegende John Peel war von ihrem ersten Demo-Tape so beeindruckt, dass er sie einlud in seiner Radio-One Show aufzutreten. Sie sind schon über 30 Jahre im Musikgeschäft und haben weltweit über 40 Millionen Platten verkauft, mit Songs wie „Kingston Town“ oder „Red, Red Wine“ wurden sie berühmt. Und all diese Songs spielten Ali Campbell, Astro und Mickey Virtue auch im Zelt und wurden gefeiert auf dieser Zeitreise durch Jahrzehnte der Musikgeschichte.

Immer wieder suchten die Fans die „Kühle“ außerhalb des Zeltes, während die Hitze im Zelt weiter anstieg. All ihre Hits hatte das Trio mit ihrer Band im Gepäck. Dabei stimmte die Choreographie. Nach und nach nahm die Band Fahrt auf, nahm sich dann hier und da bei den ruhigeren Stücken wieder ein wenig zurück. Doch schien es, als wollte die das Publikum gerade hören. Jubelstürme als Ali Campbell „Many Rivers To Cross“, das Jimmy Cliff-Cover, anstimmte. Das war eigentlich kaum noch zu toppen, doch doch schon der nächste Song ließ das Publikum regelrecht ausflippen: „Can’t Help Falling In Love“. Es war der Song von Elvis, mit dem UB40 im Jahre 1988 sieben Wochen lang die US-Charts dominierten.

Gut 90 Minuten standen „UB40 Reunited“ auf der Bühne. Die, die nicht gekommen war, werden es sicher bereuen.

      
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